Pulverbeschichtung
Die Pulverbeschichtung wird auch als Pulverlackierung bezeichnet und ist ein spezielles Beschichtungsverfahren. Hierbei wird ein Werkstoff, der elektrisch leitfähig ist, mit einem Pulverlack beschichtet. Einer der Hauptgründe, warum eine Pulverbeschichtung vorgenommen wird, ist der Schutz vor Korrosion. Anwendungsgebiete findet man beispielsweise bei Motorradrahmen, Fahrradrahmen, Alufelgen oder Ansaugbrücken . Eine Beschichtungsanlage für die Pulverbeschichtung besteht typischerweise aus einer Oberflächenvorbehandlung, der Zwischentrocknen, einer elektrostatischen Beschichtungszone und einem Trockner. Im Bereich der Oberflächenvorbehandlung geht es in erster Linie um die Reinigung und/oder um das Aufbringen einer Konversionsschicht. Unter einer Konversionsschicht wiederum versteht am nichtmetallische, meist anorganische dünne Schichten, die sich auf einer Metalloberfläche befinden. Sie werden durch chemische Reaktionen einer Lösung mit dem metallischen Untergrund erzeugt und bilden so einen sehr guten Haftgrund für die weitere Verarbeitung. Ferner besitzen Konversionsschichten eine antikorrosive Wirkung. In einer solchen Beschichtungsanlage, werden die zu bearbeitenden Werkstücke über ein Fördersystem von einer Station zur nächsten transportiert.
Für die Beschichtung wurden im Jahre 2006 weltweit ca. 1,1 Millionen Tonnen Pulverlack eingesetzt. Der europäische Anteil am gesamten Lackmarkt beträgt dabei rund zehn Prozent. Während sich ein Drittel jeweils auf Europa und Asien entfallen, verteilt sich ein weiteres Drittel jeweils zu 50 Prozent auf Nordamerika und den Rest der Welt.
Welche Untergründe lassen sich Pulverbeschichten?
Zu den Untergründen, die üblicherweise mit einer Pulverlackierung versehen werden, gehört neben Stahl auch verzinkter Stahl und Aluminium. Mit einem Anteil von 35 Prozent liegt das Hauptanwendungsgebiet der Pulverbeschichtung in der allgemeinen Metallbeschichtung. Rund 21 Prozent macht die Beschichtung von Haushaltsgeräten, der sog. Weißen Ware, aus. Auf die Fassadenbeschichtung entfallen 20 Prozent, auf die Möbellackierung ca. 13 Prozent und acht Prozent entfallen auf die Automobillackierung. Daneben ist es heute auch möglich, temperaturempfindliche Substrate, wie beispielsweise MDF-Platten, der Pulverbeschichtung zu unterziehen und auch Automobile, wie z.B. der Smart, sind pulverbeschichtet.
Für die Pulverbeschichtung kommen spezielle Pulverlacke zum Einsatz. Sie bestehen in der Regel aus trockenen und körnigen Partikeln, die zwischen 1 und 100 Mikromillionstel groß sind. Aus chemischer Sicht handelt es sich bei diesen Pulverlacken um Lacke, die auf Epoxid- oder Polyesterharzen basieren. Verbreitet sind inzwischen auch Hybridsysteme. Sie enthalten als Bindemittel Epoxid- wie auch Polyesterharze. Pulverlacke verhalten sich bei der Beschichtung unterschiedlich, was in erster Linie von den mechanischen Eigenschaften, wie beispielsweise der Größe der Partikel und deren Rieselfähigkeit beeinflusst wird. Zwar spielt auch die chemische Zusammensetzung des Pulverlacks der zum Einsatz kommt eine Rolle, diese ist aber nur von geringer Bedeutung. Die Pulverlackpartikel neigen je nach ihrer Zusammensetzung zum Ansintern in der Beschichtungsanlage. Unter dem Ansintern versteht man, dass feinkörnige, keramische oder metallische Stoffe unter erhöhtem Druck auf Temperaturen erhitzt werden, die unterhalb der Schmelztemperaturen des Stoffes liegen. Pulverlack ist sehr temperaturempfindlich und beginnt ab einer Temperatur von 50 Grad Celsius auszuschmelzen und zu verkleben.
Pulverbeschichtung Verfahren ist DIN normiert
Das Verfahren der Pulverbeschichtung ist seit April 2009 durch die DIN 55633 normiert und eindeutig geregelt. Dabei bezieht sich die Norm auf den Schutz gegen Korrosion und die Bewertung von beschichteten Stahlbauten, was eines der hauptsächlichen Anwendungsgebiete der Pulverbeschichtung darstellt. Üblich ist neben der Einhaltung der DIN auch eine Zertifizierung, die durch Gütegemeinschaften durchgeführt werden. Die Zertifizierung kann sich dabei nicht nur auf die Pulverlacke beziehen, sondern auch auf die beschichtenden Unternehmen. Daneben müssen Unternehmen, die die Pulverbeschichtung durchführen, besondere Anforderungen erfüllen, die sich auf die Fertigungseinrichtung, die Laborausstattung, die Eigenüberwachung und die Qualität der Oberflächenbehandlung beziehen. Besondere Anforderung sind auch im Bezug auf die fertige Beschichtung zu erfüllen. Des Weiteren ist der Hersteller der Pulver für die Beschichtung verpflichtet nachzuweisen, dass das von ihm produzierte Pulver auch die Anforderung im Bezug auf die Farbe und des Glanzes des lackierten Objektes, bei einer Lagerung im Freien, auch über einen längeren Zeitraum hinweg, erfüllt und von einer konstanten Qualität bleibt.
